Andreas Leßenich zu seiner Kandidatur
Das Leitmotiv für meine politische Arbeit entstammt der Präambel des Grünen Grundsatzprogramms "Die Zukunft ist grün": "Im Mittelpunkt unserer Politik steht der Mensch mit seiner Würde und Freiheit. Die Unantastbarkeit der Würde ist unser Ausgangspunkt. Sie ist der Kern unserer Vision von Selbstbestimmung und Parteinahme für die Schwächsten."
Wassersensible Stadt– und Dorfentwicklung, ein neuer Begriff bei der Planung von Wohn- und Lebensraum
Schon jetzt zeigen sich die ersten Auswirkungen des Klimawandels. Starkregenereignisse aber auch lange und intensive Trockenperioden nehmen zu. Die einschlägig bekannten Klimaprognosen zeigen, dass sich diese Problemlagen weiter verschärfen werden. Die Nutzung städtischer und dörflicher Lebensräume und Infrastrukturen werden genau so beeinträchtigt werden, wie die landwirtschaftliche Nutzung und deren Ertrag. Extreme Wetterlagen, die auch vor dem Gebiet der Gemeinde Titz nicht halt machen, verspüren wir schon jetzt. Alleine die Rödinger wissen davon schon einiges zu berichten. Überflutete Straßen und voll gelaufene Keller mehrmals im Jahr. Bäche und Gräben stehen bis zum Überlaufen voll, und Schlammmoränen wälzen sich von den Feldern ins Dorf.
Im Hinblick auf die zu erwartende Entwicklung müssen jetzt schon frühzeitig ausbaufähige Lösungen geschaffen werden. Diese dürfen nicht nur die Interessen der Planer darstellen, sondern müssen auch - und besonders - die Anliegen der betroffenen Bürger berücksichtigen (Betroffene sind die besten Experten). Nicht zuletzt gilt es auch, altbekannte ökologische Forderungen mit in die Planung einzubeziehen; naturnahe Gestaltung von Gewässern und Schaffung von Retentionsflächen (Zurückhaltung von Regenwasser).
Aber auch ökologische Landwirtschaft trägt wesentlich dazu bei, die Klimafolgen zu begrenzen. Der gesunde natürliche Landbau erlaubt die Bildung von Bio - Poren durch Bodenlebewesen, insbesondere durch Regenwürmer. Die Infiltrationsrate solcher ökologisch bearbeiteten Böden ist fast doppelt so groß! Wald sowie bepflanzte Grünzonen dienen der Wasserspeicherung und verhindern Erosion bei langer Trockenheit. Sie müssen auch in der Gemeinde Titz erhalten und erweitert werden.
Weiterhin gilt es innerörtliche Grünbereiche mit in die Betrachtung für zukünftige Planungen einzubeziehen. Diese Flächen dienen als grüne Freiräume, die auch das Potential enthalten, bei Starkregen als Retentionsflächen zu dienen. Die örtliche Versickerung des eigenen Regenwassers muss von der Gemeinde gefördert werden, anstatt nur Gebühren für die Ableitung zu erheben.
Zusammenfassend kann gesagt werden: In Feldbereichen mit großen Wasserabflüssen und Bodenerosion muss die angewandte Landwirtschaft kritisch hinterfragt werden. Hier stellt sich die Frage nach ökologischen Alternativen. Wohn- und Gewerbegebiete sind unbedingt nach wassersensiblen und ökologischen Gesichtspunkten zu betrachten, um die zunehmenden Folgen des Klimawandels nicht in die Keller der Anwohner zu verlagern. |  |
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