Grafikelement: Rahmen für den Seitentitel
Grüne Titz 
Grafikelement: Rahmen für den Seitentitel
Bild: Logo von B/90 Die Grünen

Gentechnik im Essen? Nein danke!

Unser Essen – weiterhin ohne Gentechnik

Tomaten, die ewig frisch bleiben, Reis gegen Vitamin-Mangel, Maisanbau ohne Chemie-Dusche: Es klingt wie im Schlaraffenland. Tatsächlich kann die Agro-Gentechnik – der Einsatz von Gentechnik in Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft – ihren Nutzen nicht nachweisen. Im Gegenteil: mehr Pestizide statt weniger, wirtschaftliche Verluste, Verunreinigungen durch Auskreuzungen.

Gentechnik hat in Lebensmitteln nichts zu suchen. Aber wir können Deutschland nicht zur gentechnikfreien Zone erklären. Produkte, die eine EU-Zulassung haben, sind auch bei uns erlaubt. Die GRÜNEN haben sich dafür eingesetzt, dass wenigstens in Deutschland die gentechnikfreie Produktion geschützt bleibt.

Die schwarz-rote Regierung hat das geändert. Landwirtschaftsminister Seehofer (CSU) hat als erste Pflanze den gentechnisch veränderten Mais MON 810 zum kommerziellen Anbau zugelassen und ermöglicht so, dass experimentelle Gentech-Pflanzen künftig ohne Sicherheitsprüfung in die Nahrungskette gelangen. Die bisher strengen gesetzlichen Bestimmungen zum Anbau von Gentech-Pflanzen sollen aber noch weiter aufgeweicht werden. Auch die CDU/FDP-Landesregierung in NRW hat angekündigt, Agro-Gentechnik voranzutreiben. Dagegen wollen wir uns wehren.

Risiken nicht ausreichend erforscht
Oft wird behauptet, Gentechnik werde schon seit Jahren angewandt, ohne dass Risiken bekannt geworden wären. Wen wundert's! Die ökologischen Auswirkungen gentechnisch veränderter Organismen beispielsweise wurden bislang nur bei etwa einem Prozent der experimentellen Freisetzungen erforscht. Genauso dünn ist die Datenlage bei Untersuchungen zu den gesundheitlichen Auswirkungen. Dennoch gibt es alarmierende Ergebnisse.

Langzeitstudien im Auftrag der britischen Regierung ergaben zum Beispiel negative Auswirkungen von gentechnisch verändertem Raps und Zuckerrüben auf die biologische Artenvielfalt sowie auf Bienen und Schmetterlinge. Bei einer australischen Studie stellte man fest, dass gentechnisch veränderte Erbsen bei Ratten Lungenentzündungen hervorriefen. Und bei Studien zum Gentech-Mais MON863 des US-Konzerns Monsanto zeigten sich bei Versuchstieren Veränderungen an Organen und am Blutbild.

Maximale Vorsorge notwendig
Die dünne Datenbasis zeigt, wie wichtig es ist, bei der Agro-Gentechnik maximale Vorsicht walten zu lassen. Wir brauchen mehr Langzeitstudien, mehr unabhängige Forschung, mehr Transparenz. Denn bisher werden die meisten Untersuchungen von Gentechnik-Betreibern durchgeführt und danach von Behörden überprüft. Die Ergebnisse werden geheim gehalten. So konnte Greenpeace erst auf dem Klageweg erreichen, dass Monsanto die erwähnte Studie MON863 vorlegt.

Wir GRÜNEN haben uns dafür eingesetzt, dass das Vorsorgeprinzip im Gentechnik-Gesetz fest verankert ist. Denn eine Reihe von Skandalen – mal werden „aus Versehen“ Gen-Zucchini ausgesät, mal bringt der Konzern Syngenta ungenehmigte und ungeprüfte Genkonstrukte auf den Markt – zeigen, dass die Agro-Industrie zur Selbstkontrolle nicht in der Lage ist. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat unsere Politik der Vorsorge bestätigt: Der Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen würde potenzielle Gesundheitsrisiken mit sich bringen, weil nicht alle Gene bereits vorher in den Lebensmitteln enthalten waren.

Wissen, was drin ist
Die Sorge vieler Verbraucher, dass ihnen gentechnisch veränderte Produkte gegen ihren erklärten Willen aufgedrängt werden, ist verständlich und berechtigt. Vieles – so zum Beispiel Gentech-Sojaöl – wurde ihnen in der Vergangenheit ungekennzeichnet untergejubelt. Wir wollen, dass die Verbraucher gentechnisch veränderte Lebensmittel klar erkennen können. Deswegen setzen wir uns auf der EU-Ebene für bessere Kennzeichnungsvorschriften ein.

Mit Erfolg: Seit April 2004 sind gentechnisch veränderte Bestandteile über einem Schwellenwert von 0,9 Prozent in Lebens- und Futtermitteln klar zu kennzeichnen – und damit auch Gentech-Sojaöl. Auch Tierfutter muss gekennzeichnet werden; Milch, Eier und Fleisch von Tieren, die mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert wurden, aber leider nicht. Wir setzen uns in Brüssel dafür ein, diese Lücke zu schließen. Und wir kämpfen in den Bundesländern dafür, dass die im Gentechnik-Gesetz erreichten Vorschriften auch durchgesetzt und kontrolliert werden.

Essen ohne Gentechnik
Einige Gentech-Pflanzen wie Soja, Mais oder Raps haben inzwischen eine EU-Zulassung. Das heißt aber nicht, dass sie sich am Markt durchsetzen. Denn fast 80 Prozent der Verbraucher wollen ihr Essen lieber ohne Gentechnik. „Gläserne“ Lebensmittelproduktion, die Rückverfolgbarkeit von Futter- und Lebensmitteln über die gesamte Produktionskette und ausreichend Kontrollen sind Voraussetzungen für eine vorsorgende Lebensmittelpolitik.

So essen Sie weiter ohne Gentechnik:
Am sichersten sind Produkte aus dem Öko-Landbau – klar erkennbar am Bio-Siegel. Sie müssen garantiert ohne Bestandteile von Gentech-Pflanzen produziert sein. Fragen Sie nach Lebensmitteln aus gen-technikfreien Regionen. Einige Produzenten und Handelsketten haben erklärt, ihre Lebensmittel ohne Gentechnik herzustellen; Greenpeace bietet hier einen Überblick. Achten Sie immer auf Zutatenlisten und Auszeichnungen. Wenn Sie kein Gen-Food wollen, kaufen Sie keine Lebensmittel, bei denen steht: „gentechnisch verändert“ oder „aus genetisch veränderten Sojabohnen oder Mais hergestellt“.
Grafikelement
Zoom

Grafikelement



News

Flagge bekennen -
Flagge bekennen -

gegen Atomkraft in der Welt!
[ mehr.. ]

Wir brauchen dich -
Wir brauchen dich -

bei uns!
[ mehr.. ]