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Krischer zu Überziehungszinsen (Aug.2010)

Krischer: „Überhöhte Dispo- und Überziehungszinsen der
Banken und Sparkassen sind systematische Abzocke“

Banken und Sparkassen verlangen zum Teil exorbitant hohe Zinsen für eingeräumte Dispokredite auf Girokonten und darüber hinaus gehende Überziehungen. Das kritisieren Finanzexperten schon seit langen, doch während das allgemeine Zinsniveau seit der Finanzkrise historische Tiefststände erreicht hat, sind Dispo- und Überziehungszinsen zum Teil höher denn je.
Der Dürener Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer hat bei Sparkassen und Banken in unserer Region recherchiert und zum Teil exorbitante Zinsensätze festgestellt: Den Vogel schießt die Sparkasse Düren mit 14% Zinsen für Dispo- und sagenhaften 19% Zinsen für darüber hinausgehende Überziehungen ab. Damit liegt das im Kreis Düren marktführende Institut vor allen anderen Banken und Sparkassen. Vergleichsweise „günstig“kommt man dagegen bei der ING Diba (9%/12,5%) und der Sparda-Bank West (9,75%/13,75%) weg. Die komplette Übersicht findet sich anbei.
Oliver Krischer zu dem Ergebnis: „Alle Banken und Sparkassen verlangen exorbitante Zinsen, die in keinerlei Verhältnis mehr ihren Geldbeschaffungskosten stehen. Das ist eine systematische Abzocke der Verbraucher. Dabei wären beim jetzigen historisch tiefen Leitzinsniveau gerade einmal sechs Prozent für Dispokredite und neun Prozent für Überziehungszinsen angemessen. Zwischen Oktober 2008 und Mai 2009 ist der Leitzins der Europäischen Zentralbank von 4,25 auf ein Prozent gesunken. Damit kommen Banken günstig an Geld. Es ist deshalb überhaupt nicht nachvollziehbar,
warum Kunden derartige hohe Zinsen zahlen müssen. Im Regelfall – wenn der Kunde Geld auf seinem Girokonto hat – bekommt er auch von der Bank keine oder nur sehr geringe Zinsen unter 1%.“
Besonders enttäuscht ist Krischer, dass mit der Sparkasse Düren eine öffentliche Bank die Negativliste anführt und die Sparkasse in der Region überwiegend in der oberen Hälfte zu finden sind. „Das vielfältige, positive Engagement der Sparkassen in der Region darf nicht als Ausrede benutzt, dass Girokunden abgezockt werden, zumal es oft Menschen trifft, die sich ohnehin in wirtschaftlichen Notlagen befinden.“
Wenn die Banken nicht von sich aus die Zinssätze senken, so Krischer, müsse die Politik eingreifen. Krischer: „Die Banken vertrauen darauf, dass Verbraucher ihr Girokonto trotz hoher Kreditzinsen nicht ohne weiteres wechseln. Grüne fordern deshalb, das Zinsgebaren der Banken kartellrechtlich zu überprüfen. Notfalls muss eine gesetzliche Regelung her, dass Banken in Anlehnung an einen Referenzzinssatz nur verhältnismäßige und leistungsgerechte Zinsen verlangen dürfen.“

Zinsübersicht August 2010
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