Obwohl ein Großteil der für den Klimawandel verantwortlichen CO2-Emissionen durch Kohle verursacht wird, sind in Deutschland rund 30 neue Kohlekraftwerke geplant. Allein 10 sind in NRW in Bau oder Planung. Chancenlos wäre damit die Einhaltung der Klimaziele der Bundesregierung. Das sorgt in der Bevölkerung für Unverständnis – und für wachsenden Unmut: So sprachen sich etwa in einer Forsa – Umfrage im Sommer rund 67 Prozent der Deutschen gegen neue Kohlekraftwerke aus. Vielerorts formiert sich Widerstand, kämpfen Grüne Kreisverbände, Bürgerinitiativen und Umweltverbände gegen den Klimakiller Nummer 1. Braukohlekraftwerk Neurath als größter Klimaverschmutzer Am 8. Dezember, dem Klimaaktionstag, fand eine Demonstration am Kraftwerksneubau in Grevenbroich - Neurath statt. Das Kraftwerk Neurath wird nach seiner Fertigstellung 2009/2010 mit jährlichen CO2-Emissionen von insgesamt etwa 35 Millionen Tonnen Europas größter Klimakiller sein. Einmal gebaut heizen Neurath und die anderen geplanten oder im Bau befindlichen Kraftwerke weit über das Jahr 2050 hinaus unser Klima auf. Die Proteste der bundesweiten Bürgerbewegung sind immer öfter erfolgreich So konnten dank engagierter Bürger Neubaupläne für Kraftwerke unter anderem in Bielefeld, Ensdorf / Saar und Bremen gestoppt werden. In der rot-grün regierten Hansestadt verabschiedeten sich die Stadtwerke aus Kostengründen von den Bauplänen. Während sich Bundeskanzlerin Angela Merkel weltweit als Klimaschützerin feiern lässt, werden in ihrem mecklenburg–vorpommerschen Wahlkreis in Lubmin Pläne für ein neues Kohlekraftwerk geschmiedet. Die dortige Bürgerinitiative reagiert mit einem offenen Brief an die Kanzlerin. Hamburg demonstrierte mit einem großen Sommerkonzert gegen den dort geplanten Kraftwerkbau und im westlichen Lünen wurde zur „Ersten Lünener Heimleuchtung“ aufgerufen. Über tausend Bürger bildeten mit Fackeln, Kerzen und Taschenlampen eine zwei Kilometer lange Lichterkette, um gegen zwei geplante Kraftwerke zu protestieren. Weitere Protest-Heimleuchtungen sind in Planung. Auch von Landesgrenzen lässt sich die Bürgerbewegung nicht einschränken Zur Gründung einer Bürgerinitiative gegen das geplante Kraftwerk im Emsland kamen Menschen aus den angrenzenden Niederlanden. Gegen vier neue geplante Braunkohletagebaue hat sich in der brandenburgischen Lausitz eine breite Volksinitiative „Keine neuen Tagebaue – für eine zukunftsfähige Energiepolitik“ gebildet, die mit Bürgerforen und Demonstrationen mobilisiert. |  |
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